Einen Hühnerstall bauen VI. – „Selbst ist die Frau“

Blogeintrag vom 12.06.2021

„Selbst ist die Frau“, dachte ich mir. Es ist ja nur ein Hühnerstall, dass packe ich schon. Schöner würde der Stall sicher aussehen, wenn ihn mein Freund, der Zimmermann ist, gebaut hätte. Aber gut, da der Stall nicht für die Ewigkeit sein sollte, musste er auch nicht sonst wie toll aussehen. Mir war wichtig, dass man ihn mit dem Traktor wegheben kann, das die Chicks genug Platz über Nacht haben und Fenster geöffnet werden können. Das waren mir die wichtigsten Punkte. Klar ist es schön, wenn der Stall auch richtig hübsch ist und sich in das Gartenbild einfügt, aber der Stall sollte auch keine tausende Euro verschlingen (meine Horrorbaustelle verschlingt schon genug). Eines nachts lag ich wach und überlegte, was ich an Material für einen 4m2 Stall benötige:

Für den Stallbau:

  • 6x Pflanzsteine
  • 16x Balken (10 x 10 cm)
  • 1x Hobbyglas (100 x 50 cm)
  • 2x Hobbyglas (50 x 50 cm)
  • 12 Betoplanplatten
  • 14x Winkelelemente 
  • 2x Schraubenpack
  • 1x Leisten für Fenstereinbau
  • 1x Rolle Kaninchendraht
  • 3x Türscharniere
  • 1x Griff
  • 1x Schloss
  • 2x Schnur mit Karabiner

Für den Stallausbau:

  • 1x Betoplanplatte
  • 2x langer Ast
  • 8x Ziegel
  • 3x lange Leisten
  • 2xNachtische
  • 1x Lampe

Weiterhin werden ein Akkuschrauber/-bohrer + passende Bits, eine Handkreissäge, ein Stift, eine Schlagschnur und eine Wasserwage benötigt.

Am nächsten Tag reservierte ich in der Früh sogleich die letzten, passenden Holzbalken die im Baumarkt verfügbar waren. Baustoffe werden immer knapper, man bekommt teilweise nicht mal mehr das nötigste wie Malerbedarf und OSB-Platten.

Vormittags bereitete ich das Fundament für den Stall vor, hierzu setzte ich die Pflanzsteine so, dass sie nicht ganz in Wage sind. So gewähre ich einen guten Wasserablauf. Den Ort wo der Stall hinsollte, hatte ich im Vorfeld schon mit Eisenstangen abgesteckt und markiert.

Danach ging es einkaufen. Ein Wunder, dass ich alles in mein Auto gebracht habe. (Werbung: BMW X3 4 life!! <3)

Ich fing an den Rahmen zu bauen. Hierbei merkte ich schnell, dass ich auf jeden Fall Hilfe benötige. Das Untergestell war zwar kein Problem, aber die schweren Balken alleine halten und anschrauben bekommt man einfach nicht alleine gestemmt.

Ich schrieb einen lieben Freund an, der mir am nächsten Tag zur Seite stand. Gemeinsam zogen wir das Grundgerüst des Stalls hoch und konnten auch den Boden fertigmachen.

Den Samstag darauf konnte auch mein Schatz beim Bau helfen. Einen Zimmermann als Unterstützung zu haben ist wirklich eine Bereicherung, da er vieles umsetzte, auf das wir anderen Zwei nicht gekommen wären. Als Beispiel ist das Dach zu nennen. Dort sägte er einen Balken schräg auseinander und verschraubte je eine Hälfte auf die oberen Balken wo das Dach draufkommt um einen noch besserenWasserablauf zu gewährleisten. Die Seitenwände sowie das Dach verkleideten wir – mit Ausnahme des Türbereichs – je mit zwei Betoplanplatten. Die Platten aufs Dach zu hieven war ein richtiger Muskelakt: Mein Schatz oben auf dem Gerüst und mein Kumpel und ich trugen die verdam*** schweren Platten und hoben sie nach oben. Zu dritt schafften wir an diesem Tag den Stall soweit fertig zu machen, dass nur noch Tür und Fenster fehlten.

Die Tür bauten mein Kumpel und ich ein paar Tage später ein. Da sind wir auch etwas verzweifelt, aber am Ende haben wir es hingekriegt. Am nächsten Tag baute ich dann noch die Fenster ein von denen das 100×50 cm Fenster auf der linken Seite festverbaut ist und die beiden kleineren mittels Leisten als Schiebefenster eingebaut wurden.

Nun fehlten noch das Kotbrett und die Sitzstangen. Als Kotbrett dient ein Reststück einer Betoplanplatte und als Sitzstangen habe ich Äste einer Magnolie gewählt. die ich durch ihre Form einfach sehr schön und passend fand.

Da mein altes Bett noch in diesem Jahr gegen ein neues ersetzt werden soll, habe ich die Nachttischschränke gleich zu Legenestern umfunktioniert und so angebracht, dass auf die Bedürfnisse jedes Huhns eingegangen wird. Zwei Schubkästen wurden weiter oben fixiert, einer im Schränkchen gelassen, ein Schubkasten neben das Schränkchen gelegt und ein Schränkchen ohne Schubkasten belassen. An die Seite der Schiebefenster habe ich 3 Schrauben reingedreht wo ich meine Putzuntensilien ranhängen kann. Dann werde ich noch zwei Leitern aus einem alten Minizaun schneiden, dazu kam ich jedoch noch nicht, da im Garten so viel zu tun ist. Auch an die Außenseite der Schiebefenster muss ich noch Kaninchendraht fixieren, um das Fenster, ohne Angst vor Raubtieren, auch in heißen Sommernächten öffnen zu können. Alles in allem hat mich der Stallbau knapp 500 € gekostet und das auch nur, weil wir die Betoplanplatten schon auf Lager liegen hatten. Sonst wären es wesentlich höhere Ausgaben geworden.

 

Da der Stall aufgrund der schwarzen, schon benutzten Betoplanplatten nicht so schön aussieht und man die Platten leider auch nicht streichen kann, habe ich aus den restlichen Magnolien-Ästen noch Rankgitter gebaut wo ich wilden Wein oder Rosen hochklettern lassen will. In die Pflanzsteine habe ich Johannisbeeren eingepflanzt und auf der Rückseite des Stalls stehen 3 Himbeeren am Rankgerüst.

Ein paar Vogel-Nistkästen sollen auch diesen Gartenbewohnern ein Zuhause gebe und auch ein Insektenhotel sowie verschiedene Blumentöpfe mit Bienenweide sind in Planung um den Stall zu verschönern. Man findet schließlich immer etwas zu verbessern!

Ich hoffe der Einblick hat euch gefallen. Solltet ihr den Stall nachbauen wollen, könnt ihr mir gerne für eine Anleitung schreiben.

Herzliche Grüße Ellie

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