Schlachten – ein Thema das mich sehr bewegt…. Teil II

Blogeintrag vom 28.08.2021

Freitagmorgen 07:00 Uhr. Ich stehe auf, mache mich fertig und steige mit den beiden Vierbeinern ins Auto um in den Garten zu fahren. Wir müssen uns beeilen, denn Mittags soll es nach Tirol gehen.

Die beiden Herren ahnen nichts, bis ich sie jeweils in eine Box sperre. Auch einer der Silverudds Hähne und eine kleine Henne landen in einer Box. Die beiden kommen mit nach Tirol und werden dort einer Züchterin übergeben. Als alle Tiere in ihren Boxen sind, entlasse ich den Rest nach draußen. Dann befreie ich die beiden Silverudds und packe die beiden Hähne in ihren Boxen.

Bevor ich zu den Hühnern gegangen war, hatte ich bereits alles für die Schlachtung vorbereitet.

Der Hackstock stand in der Scheune. Auf ihm lagen eine Axt und eine Eisenstange zum betäuben. Daneben befand sich eine Schlachtwanne. Auf dem Tisch lagen ein Brett und mein Messerkoffer bereit. Vor dem Stuhl standen ein großer Kochtopf mit heißem Wasser, eine Wanne und ein Eimer für die Federn. Die schönen Federn sollte ich einem Bekannten aufheben.

Ich atmete tief durch und holte den ersten Hahn aus der Box. Trotz allem was die beiden fabriziert haben, der Tod von Buffy als i-Tüpfelchen, fiel mir schwer was ich zu tun hatte.

Überraschenderweise waren die beiden ganz ruhig. Ich hatte mir schon ausgemalt wie sie das Flattern anfangen während ich sie an den Ständern nehme. Doch keiner der beiden machte Anstalten.

Ich nehme den Hahn also an den Ständern und platziere seinen Kopf und Hals auf dem Hackstock. Schnell ziehe ich ihm mit der Eisenstange eins über. Er ist sofort betäubt. Nun laufen doch Tränen. Ich nehme die Axt und innerhalb weniger Sekunden sind Kopf und Rumpf von einander getrennt.

Schnell halte ich den Hahn in die Schlachtwanne. Wichtig ist, ihn festzuhalten, denn sonst zappelt er und das Blut fliegt von allen Seiten. Ich warte bis seine letzten Zuckungen vorrüber sind, dann lege ich ihn in die Wanne und beginne das Spiel erneut mit dem zweiten Hahn.

Als beide Hähne einigermaßen ausgeblutet haben, ging es für sie in den Kochtopf. Der Sinn des heißen Wassers besteht darin, dass die Feder besser gelöst werden können und man nicht unbedingt die Haut mit abzieht. Ich lies Hahn Nr. 1 etwa 3 Minuten im Wasser, der zweite Hahn folgte als der erste aus dem Wasser kam. Nun ging es ans Rupfen. Dies ging erstaunlicherweise sehr gut von statten.

Als beide Hähne fertiggerupft waren, fing ich an sie auszunehmen. Zuerst entfernte ich die Speiseröhre und die Lufröhre. Danach legte ich den Kropf frei, indem ich einen kleinen Schnitt machte. Nun zu den Organen.

Ich schneide ein kleines Loch um die Kloake und löse diese inkl. Darm und den anderen Organen heraus. Ganz vorsichtig um nichts zu beschädigen. Wenn alles draußen ist entferne ich die Galle von der Leber, ohne die Leber zu beschädigen. Ich löse den Darm vom Magen und auch die restlichen Organe voneinander.

Zuletzt säubere ich den Hahn und die Organe in kaltem Wasser und bereite alles zum verarbeiten oder einfrieren zu. Davon habe ich aus Zeitgründen *Urlaub* kein Bild mehr gemacht (vergessen).

Ein Tier zu schlachten ist absolut nicht einfach, vor allem wenn man das Tier selbst aufgezogen hat. Dennoch bin ich Selbstversorger und schätze das Fleisch meiner eigenen Tiere sehr. Ich freue mich schon jetzt auf Hähnchen auf der Bierdose, Nudelsuppe, Hühnerfrikasse, Brathändl…. und bin unglaublich dankbar für dieses ausgezeichnete Fleisch welches ich verarbeiten darf.

Habt ihr Lust auf leckere Rezepte mit Hühnchen?

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