Die Geschichte von der gefloppten Gemeinschaft

Es war einmal das Huhn Lieschen, das hatte den Wunsch Marienkäfer zu züchten. An einem schönen Tage entdeckte Lieschen im Chickweb tolle Marienkäfer die weiß getupft waren. Sie hießen Silberienkäfer. Doch die Silberienkäfer waren sehr sehr selten und in Huhnnezien erst recht so gut wie unbekannt. Lieschen begann das Chickweb nach den Silberienkäfern zu durchsuchen. Sie las alles was sie vor ihre Äuglein bekam.

Lieschen liest alles was ihr über Silberienkäfer unter die Augen kommt.

Die Hühnergötter waren Lieschen hold und so entdeckte sie bei Such & Find eine Anzeige in der Silberienkäfereier angeboten wurden. Schnell rief sie die angegebene Nummer mit ihrem Eggphone an und fuhr kurzerhand nach Gaggerien um die Eier abzuholen. Netterweise brütete Lieschens bekannter Eggbert die Eier in seinem Brüter für sie aus und neun zauberhafte Silberienkäfer schlüpften.

Zufällig stieß Lieschen bei Chickbook auf eine Gruppe, bei der sich Hühner versammelten, die, so wie Lieschen, an den Silberienkäfern interessiert waren.
Lieschen war voller Freude auf Gleichgesinnte gestoßen zu sein und lernte dort sehr viel über die Silberienkäfer, die ursprünglich aus dem Königreich Sverige kamen. Die Mithühner der Gruppe wollten gerne einen Club zur anerkannten Zucht der Silberienkäfer gründen. Lieschen war sofort dabei und freute sich sehr. Nach einiger Zeit wurde eine anerkannte Gemeinschaft namens „Huhnnezische Silberienkäfer“ gegründet.

Alles war neu für Lieschen, sie hatte sich mit der Zucht von Käfern ja noch nie so recht beschäftigt. Sie war viel in Kontakt mit den Hühnern, die als erstes die Silberienkäfer nach Huhnnezien gebracht hatten und lernte viel über diese Käferart.

Das Jahr verging, doch kurz vor Chickus Gallus begannen sich die Anführer des „Huhnnezische Silberienkäfer“ zu zerstreiten. Lieschen ging das sehr nahe. Da sich die Anführer nicht mehr für eine Zusammenarbeit bewegen konnten, mussten neue Anführer gewählt werden. So stellte sich Lieschen zur Wahl des Oberhuhns und wurde von den anderen Mithühnern gewählt. Auch Berta, Zilli, Anuschka und Annegret gehörten ab da zu den neuen Anführern der „Huhnnezische Silberienkäfer“.

Leider musste Annegret ihren Posten kurz darauf aufgrund persönlicher Angelegenheiten aufgeben.

Die anderen vier Hennen wurden ein tolles Team und Freundinnen. Lieschen war sehr glücklich darüber. Sie hatten viele tolle Ideen die sie umsetzen wollten, aber auch einige Steine die ihnen die vorherigen Anführer in den Weg gelegt hatten.

Anuschka, Berta, Lieschen und Marge

Die Zeit verging und es war wieder kurz vor Chickus Gallus. Zilli hatte leider keine Zeit mehr um bei der Gemeinschaft mitzuwirken und entschied sich zu gehen. Dafür konnten die Hennen eine neue Mitstreiterin namens Marge für Annegrets Position rekrutieren, die auch vorher schon ganz super die Anführer unterstützt hatte.

Alles hätte so schön sein können, wäre da nicht Anuschka gewesen. Immer öfter kam es Lieschen so vor, als wolle Anuschka ihr alle Aufgaben wegnehmen. Lieschen hatte das Gefühl alles falsch zu machen und war sehr traurig. Sie gab sich doch so viel Mühe ein gutes Oberhuhn zu sein. Doch die Traurigkeit verwandelte sich auch in Wut. Anuschka macht keine ihrer Aufgaben weder ordentlich noch pünktlich, während Lieschen versuchte immer alles sofort zu erledigen. Wenn Lieschen von Mithühnern oder Interessenten für die Gemeinschaft angerufen wurde und Auskunft erteilte, bekam sie Ärger von Anuschka, die auch Marge auf ihre Seite brachte. Lieschen war am Boden zerstört. Sie wollte doch nichts Schlimmes, nur nett sein und Jedermann helfen wo sie konnte. Natürlich machte Lieschen auch Fehler und übereilte Sachen, keine Frage, doch sie hatte sich für Diese entschuldigt, nahm sich der Kritik an. Lieschen versuchte jeden Tag sich zu bessern.

Lieschen fühlt sich übergangen

Und so kam es das dieses Thema angesprochen wurde und sich alle Hennen zusammenfanden um die Aufgaben neu zu verteilen. Wieder wollte Anuschka Lieschens Aufgaben an sich reißen. Lieschen war wütend, machte jedoch gute Miene zum bösen Spiel. Vielleicht irrte sie sich ja! Sie wollte Anuschka nichts Böses unterstellen. Am nächsten Tag unterhielt sie sich mit Berta und erzählte von ihren Gefühlen in Bezug auf Anuschka. Sie wollte Bertas Meinung hören, doch Berta wollte sich nicht einmischen.

Am nächsten Morgen klingelte Lieschens Eggphone. Anuschka war am Apperat. Eigentlich hatte Lieschen gar keine Lust mit ihr zu reden, doch sie war ein liebes Huhn und wollte auch niemanden etwas Böses. „Ich will dir definitiv nicht deine Aufgaben wegnehmen Lieschen, du machst das doch super! Wir können froh sein so ein engagiertes Oberhuhn wie dich zu haben.“, entschuldigte sich Anuschka. Lieschen fiel ein Stein vom Herzen und so gackerten die beiden Hennen noch eine ganze Weile. „So ein Glück“, dachte sich Lieschen, denn das Letzte, dass sie wollte war Streit innerhalb ihrer Gruppe.

Aussprache per Telefon

Doch leider wurde es mit Anuschkas Arbeitsweise nicht besser. Eine wichtige Anfrage, die sie schon seit knapp zwei Monaten beantworten sollte, war immer noch nicht gemacht. Anuschka informierte die anderen Hennen darüber, dass sie so viel zu tun habe und es daher noch nicht geschafft hatte die Aufgabe zu erledigen. Lieschen hatte Verständnis und am nächsten Tag fertigte sie einen Entwurf für die Beantwortung der Anfrage um Anuschka zu unterstützen und ihr etwas Arbeit abzunehmen. Außerdem war es dem Fragenden gegenüber nicht gerecht, ihn so lange zu vertrösten und daher wollte Lieschen, dass die Sache schnell abgeschlossen werden konnte.

Und wieder einmal kam es anderes als geplant. Anuschka informierte die Anführerhennen darüber, dass sie Zeit für sich benötigte und daher in nächster Zukunft nicht für die Gemeinschaft zur Verfügung stehen würde.

Anuschka nimmt sich eine Auszeit

So standen Berta, Marge und Lieschen plötzlich alleine da und mussten schauen wie sie zu Rande kamen. Doch so viele Gedanken sie sich auch gemacht hatten, alle waren unbegründet. Die drei Hennen waren ein tolles Team. Jede hatte ihre Aufgaben und arbeitete diese fristgerecht und ordentlich ab. Es fiel schon fast nicht auf, dass eine Henne in der Runde fehlte.

Die drei hatten so viel Spaß und Freude an ihrer gemeinsamen Arbeit. Lieschen war sehr glücklich. Und auch für Zilli fand sich endlich eine geeignete Nachfolgerin die auf den Namen Lieselotte hörte. Nun waren sie wieder komplett und konnten wieder gemeinsam tolle Ideen für die „Huhnnezische Silberienkäfer“ entwickeln und umsetzen. Lieselotte fügte sich super in die Gruppe ein und hatte viel Freude an der Arbeit bei den Anführerhennen.

Marge, Berta, Lieschen und Lieselotte

Einige Wochen später meldete sich Anuschka bei den Hennen, sie wolle zurückkommen. Berta, Marge und Lieschen berieten sich und entschieden, Anuschka zu fragen ob sie wirklich eine Anführerhenne bleiben wollte oder ihr die Möglichkeit zugeben von ihrem Posten zurückzutreten. Für Lieschen war dies die beste Option, denn Erstens kamen sie auch gut ohne Anuschka zurecht, Zweitens hatte Lieschen große Sorge, dass Anuschka wieder in ihren alten Trott des Nichtstuns verfallen könnte. Auch Berta teilte Lieschens Sorgen.

Das Treffen um Anuschkas weiteren Verbleib begann. „Anuschka wie geht es Dir? Willst du bei uns bleiben oder nicht?“ fragte Marge, die als Gesprächsführerin eingesetzt wurde. „Also ich war ja jetzt einige Wochen nicht da und es war wirklich sehr schön ohne die Gemeinschaft und ihre Termine und Besprechungen. Ich konnte mal nur an mich denken und entspannen. Das hat mir gut gefallen. Ich habe so viel um die Ohren.“ gackerte Anuschka. „Also möchtest du uns verlassen?“ hakte Marge nach. „Naja, ich weiß es nicht. Ich hätte gerne eine, sagen wir Probezeit. Also eine Zeit in der ich entscheiden kann ob ich gehe oder bleibe. Ich schlage eine Probezeit bis zur nächsten Gemeinschaftsbesprechung vor“ erwiderte Anuschka. Lieschen wurde sauer. Das ist doch nicht ihr Ernst?! Und auch Berta hatte die Wut im Gesicht geschrieben. „Anuschka“ begann Lieschen, „ich finde das uns gegenüber nicht fair. Wir müssen doch wissen wie wir dran sind, sonst hast du Aufgaben die dann wieder von uns gemacht werden müssen, weil dir plötzlich einfällt, dass dir die Arbeit hier zu viel wird. Für mich ist das keine vertrauensvolle Basis, wenn man nicht weiß wie man dran ist. Zumal du ja auch schon die ganze Zeit kundtust, dass es ohne die „Huhnnezische Silberienkäfer“ sehr schön war.“ Am Ende der Besprechung stimmten Berta und Lieschen der Probezeit widerwillig zu und hofften, dass Anuschka sich doch noch ändern würde. Außerdem bekam Anuschka eine Frist von fünf Tagen für die Erledigung ihrer Anfrage gesetzt. Sollte sie diese nicht einhalten, so war man sich sicher, würden die anderen Hennen sie bitte ihren Posten freizugeben.

Die Anführerhennen der Huhnnezische Silberienkäfer Gemeinschaft

Am Abend des vorletzten Tages der Frist, Lieschen wollte sich gerade auf die Sitzstange begeben und schlafen, klingelte ihr Eggphone. Anuschka war am anderen Ende. „Hallo Anuschka, du, ich wollte eben schlafen, weil ich morgen beim ersten Sonnenstrahl aufstehen muss.“ „Oh, ich will dich nicht lange stören Lieschen, nur meine zu bearbeitende Anfrage mit dir absprechen.“ Und dass taten die beiden. Lieschen wurde währenddessen sehr müde. Aber hey, Anuschka hat ihre Arbeit gemacht und das ist toll, dachte sie sich. Nach über einer Stunde die sie telefoniert hatten, verabschiedete sich Lieschen von Anuschka und bat sie, die Anfrage am nächsten Tag an den Fragenden zu versenden.

Doch auch am nächsten und übernächsten Tag war dies noch nicht getan. Das Oberhuhn wurde nun wirklich sauer und auch Berta kochte innerlich. Auf die Anfrage von Lieschen hin, warum die Anfrage noch nicht fertig bearbeitet sei, antworte Anuschka nur, dass sie die Meinung von allen Anführerhennen abwarten wollte, aber Berta fehlte. „Und einfach Berta anrufen oder schreiben um nachzufragen kam dir nicht in den Sinn?“, entgegnete das Oberhuhn genervt. So ein Kükengarten!

In ihrer nächsten Besprechung legten die Anführerhennen fest, dass Ende Mai die jährliche Gemeinschaftsbesprechung von „Huhnnezische Silberienkäfer“ stattfinden sollte. Hierzu wollten die Anführerhennen den Mithühnern auch eine geänderte Verfassung zur Abstimmung unterbreiten.

Die Arbeitsweise von Anuschka war weiterhin eine Katastrophe, es schien Lieschen, als würde sie nur Aufgaben übernehmen, die sie zwar nichts angehen, ihr aber Spaß bereiteten. Für ihre eigentlichen Aufgaben gackerte sie zwar laut herum, jedoch geschah in dieser Hinsicht nichts. Es war zum Verzweifeln. Lieschen wusste nicht was sie machen sollte, auf Anuschka war einfach kein Verlass und die Gemeinschaft der Anführerhennen litt darunter. Also entschied Lieschen, in die Verfassungsänderung hineinzuschreiben die Anzahl der Anführerhennen zu verändern, sodass es nur noch ein Oberhuhn und eine Vertreterin gäbe und alle weiteren Posten dem erweiterten Anführertums angehörten.

Eine Besprechung wurde für den Dienstag oder Mittwoch in der nächsten Woche anberaumt, weil Marge ein interessantes Gespräch mit einer Hühnerorganisation geführt hatte und darüber berichten wollte.
Doch schon zwei Tage später drängten Marge und Anuschka auf eine kurzfristige Sitzung am selben Tag.

Berta meldete sich für diese Besprechung ab, denn sie hatte mit ihren zehn frechen Küken zu viel um den Kamm, als an einer nicht ganz so wichtigen Besprechung teilzunehmen.

Berta und ihre 10 Küken

Lieschen war vor der Besprechung noch in ihrem Garten beschäftigt um sich um ihre Silberienkäfer zu kümmern. Es war eine regnerische Woche und der Boden war sehr schlammig. Plötzlich zog es Lieschen die Läufe weg. „Gacka Gacka“, rief sie vor Schreck. „Ahhh“, jammerte Lieschen, als sie mit ihrem Rücken direkt auf einen großen Holzbalken welcher als Beetumrandung diente, krachte. Alle Schwanzfedern waren umgeknickt und sie hatte große Schmerzen. Unter Tränen nahm sie ihr Eggphone, das zum Glück nicht beschädigt wurde, und schrieb an die drei verbliebenen Anführerhennen eine Nachricht, was passiert sei. „Und da kommst du jetzt also nicht?!“ erschien als Antwort auf dem Display. Der Vorwurf erklang deutlich in Lieschens Ohrscheibe und sie bekam ein schlechtes Gewissen. Also schrieb Lieschen den anderen, dass sie etwas später dazu käme.

Lieschens Unfall

Unter großen Schmerzen und Schwindel nahm Lieschen an der Besprechung teil. Doch es ging über alles, nur nicht so richtig um das Gespräch mit der Hühnerorganisation. Lieschen bat immer wieder darum, endlich zum Thema zu kommen oder eine neue Sitzung anzuberaumen. Die Schmerzen wurden schlimmer und schlimmer. Lieschen war am Ende. „Können wir uns bitte auf das Thema beziehen, ich muss mich hinlegen. Wir reden nun schon seit 2 ½ Stunden“, jammerte sie. Man einigte sich darauf, am nächsten Mittwoch eine neue Besprechung anzuberaumen an der auch Berta teilnehmen konnte. Doch weder Marge noch Anuschka schien dies zu interessieren. „Also dieses Thema müssen wir heute noch unbedingt besprechen!“ „Wieso das denn? Wir haben uns doch eben auf einen neuen Termin am Mittwoche geeinigt?!“ Lieschen verstand die Welt nicht mehr. Einzig Lieselotte kam Lieschen vor, als würde sie sich etwas um ihr Befinden sorgen.

Es wurde immer schlimmer und als wäre der Schmerz nicht genug, fingen nun Marge und Anuschka an, auf Lieschen einzugackern. Was ihr einfiel einfach den Entwurf der Verfassung zu ändern und vieles mehr. Auch über Berta schimpften die beiden laut gackernd.
Alles Böse stürzte auf das wehrlose Lieschen, welches vor Schmerzen keinen klaren Gedanken fassen konnte, ein. Sie konnte nicht mehr. Man hatte sie tot gespielt. Weinend verließ Lieschen die Besprechung.

Eine unschöne Besprechung

Der körperliche Schmerz war so groß, dass sie nicht einmal auf die Hühnerstange fliegen konnte. Vom seelischen Schmerz ganz zu schweigen. Es dauerte eine ganze Weile bis sich Lieschen wieder beruhigt hatte. Zitternd vor Schmerz nahm sie ihr Eggphone und tippte zwei Nachrichten ein.

>> Ich halte mich seit über zwei Stunden mit Schmerzen auf den Läufen um die wichtigsten Themen mit Euch abzuhaken. Wir einigten uns auf eine neue Sitzung am Mittwoch damit auch Berta dabei sein kann und nun muss es sofort besprochen werden, weil Berta ja nicht dabei sein muss? Sorry, wir können gerne sprechen, wenn es mir bessergeht, denn gerade trat ich vor Schmerz von einem Lauf auf den anderen und hoffte einfach auf ein Besprechungsende, weil ich keine Kraft habe bis nach 24 Uhr mit euch zu diskutieren. Ich wünsche euch nun eine Gute Nacht, Lieschen<<

Berta hatte endlich ihre Küken ins Nest gebracht und wollte nun ebenfalls schlafen, als das Display ihres Eggphones aufleuchtete. Eine Nachricht von Lieschen. >> Ich kann nicht mehr, ich werde als Oberhuhn zurücktreten“ <<
Was soll das denn jetzt? Berta sorgte sich um ihre Freundin Lieschen. „Hahnibal, bitte schau nach den Küken. Ich muss zu Lieschen, irgendetwas stimmt nicht.“ gackerte sie dem Hahn entgegen und verschwand durch die Stallklappe.

Hilferuf an eine Freundin

Lieschen wohnte im Stall auf der gegenüberliegenden Seite des Hofes, neben dem Gemüsegarten. Vor einem hübschen lindgrünen Häuschen blieb sie stehen. Klopf Klopf, die hölzerne Stalltür öffnete sich langsam. Berta sah in das Gesicht eines erschöpften Lieschens und nahm ihre Freundin in den Arm. Zusammen kuschelten sie sich in ein Legenest und Berta lauschte ihrer Freundin, während sie von der Besprechung berichtete. Am Ende waren sich die beiden einig: Silberienkäfer könnte man auch züchten ohne Oberhuhn in der „Huhnnezische Silberienkäfer“ Gemeinschaft zu sein. „Du sagst es mir vorher, wenn du gehst. Denn dann werde ich auch nicht bleiben.“ Berta sah Lieschen erwartungsvoll an. „So machen wir es“ antwortete Lieschen.
„Kikeriki Kikeriki, aufwachen aufwachen, die Sonne geht auf.“ Müde humpelte Lieschen aus dem Hühnerhaus hinaus in den Garten und schaute nach ihren Silberienkäfern, die sich prächtig entwickelten. Danach sah Lieschen nach den Silberienkäfer-Eiern im Brüter. Auch die Embryonen entwickelten sich wunderbar. Sie zückte ihr Eggphone, fotografiert das Ei und schrieb eine Nachricht an Berta >> Danke für gestern Abend! Ich bin froh das wir befreundet sind! <<

Danke sagen

Während sie im Nest saß um ein Ei zu legen, schrieb Lieschen einen langen Brief an Lieselotte, Berta, Anuschka und Marge in dem sie alles aufschrieb, was bei den Anführerhennen der „Huhnnezische Silberienkäfer“ in den letzten Monaten schiefgelaufen ist. Sie beendete den Brief mit den Worten:

„…da hier ja Einige alles besser können, bitte.
Ich stehe euch nicht im Wege und möchte Euch gern die Möglichkeit geben, Eurer Wissen und Können zu beweisen. Daher trete ich von meiner Funktion als Oberhuhn mit sofortiger Wirkung zurück.“

Und so erreichten an diesem kalten Märztag zwei Briefe die Geschäftsstelle der „Huhnnezische Silberienkäfer“ Gemeinschaft in denen Berta und Lieschen ihre Rücktritte bekanntgaben.

Die beiden Hennen fühlten sich wie befreit und hatten nun Gelegenheit sich auf andere Dinge, die ihnen am Herzen lagen, zu konzentrieren. Was die Gemeinschaft anging, so brachten sie sich immer noch ein und führten auch weiter Statistik zu dem von Berta ins Leben gerufene Zuchtprojekt über Silberienkäfer. Den verbliebenen Anführerhennen wollten sie nach allem was war dennoch nichts Böses und boten ihre Unterstützung an, die jedoch abgelehnt wurde. Aber auch das war kein Beinbruch und immer, wenn sich Berta und Lieschen auf einen Hühnerkaffee trafen, bemerkte eine der Beiden wie froh sie sei kein Anführerhuhn mehr zu sein. So vergingen die Monate und jede der beiden hatte Zeit für weitere schöne Hobbys, zum Brüten und Küken aufziehen. Auch auf ihre Silberienkäfer waren sie sehr stolz.

Lieschen tritt zurück

Es war Herbst und aus den Küken der beiden Hennen waren stattliche Hähne und stolze Hennen geworden. Nur die Mauser hatte die beiden voll im Griff. An einem schönen Herbstabend saß Lieschen mit ihrem Gallustop vor dem Hühnerhaus und genoss die letzten Sonnenstrahlen des Tages. In der Gruppe der „Huhnnezische Silberienkäfer“ sah sie eine neue Nachricht, in der die Anführerhennen um Ratschläge und gute Ideen für die Gemeinschaftsarbeit einzuholen, aber auch um einen möglichen Niedergang der „Huhnnezische Silberienkäfer“ zu diskutieren. Alle waren eingeladen ein Statement abzugeben. Die, die antworteten waren sich einig: einen Niedergang sollte es nicht geben!

Nach einer Woche bekam Lieschen Besuch von Lieselotte, die ihr mitteilte, dass ihre Amtsniederlegung beim zuständigen Geflügeltribunal formell unwirksam war und Anuschka für die Austragung eine Vollmacht von ihr benötige. Zwei Tage später übergab Lieschen die Vollmacht sowie ein Schreiben, in dem sie ihren Austritt aus „Huhnnezische Silberienkäfer“ mitteilte.

Etwa zwei Wochen später erhielten alle Mithühner einen Brief in dem stand, dass Lieschen nicht als Oberhuhn zurücktreten konnte, da deren Amtsniederlegung beim zuständigen Geflügeltribunal formell unwirksam war. Weiterhin wurden die Rücktritte der verbliebenen Anführerhennen bekanntgegeben. Lieschen war geblättet und fühlte sich verspottet. Erst erfragen die Anführerhennen wie es weitergehen soll und dann treten sie zurück? Obwohl sie doch von ihr alle benötigten Unterlagen erhalten haben?

Bereits am nächsten Tag traf ein großes Paket mit den Gemeinschaftsunterlagen bei Lieschen ein. Sie hatten es schon im Vorfeld so geplant, war sich Lieschen sicher. Schnell rief sie beim Geflügeltribunal an und legte die Sache offen. Das Geflügeltribunal forderte eine Gemeinschaftsbesprechung innerhalb von zwei Wochen. Das ist sportlich, dachte Lieschen und sandte den Mithühnern schnell einen Brief in welchem sie von dem Gespräch berichtete und zu der Gemeinschaftsbesprechung einlud.

Danach bat sie Anuschka um Übergabe der Administratorenrecht für die Gemeinschaftsgruppe bei Chickbook und forderte bei der Chickybank die Rechte am Gemeinschaftskonto. Von Anuschka kam keine Antwort und auch auf Lieselotte, die Zugang zum Konto der Chickybank hatte, kam keine Unterstützung. Lieschen musste damit allein fertig werden.

Der Tag der Gemeinschaftsbesprechung war gekommen und in dieser beschlossen die anwesenden Mitglieder den Niedergang der „Huhnnezische Silberienkäfer“ Gemeinschaft.
Lieschen hatte nun die Aufgabe die „Huhnnezische Silberienkäfer“ Gemeinschaft abzuwickeln.

Eines Morgens, Lieschen war gerade aufgewacht, bemerkte sie, dass sie von einer unbekannten Nummer aus der Silberienkäfer-Gruppe bei Whatshuhn entfernt worden war und auch das eine Gruppe, die zum Austausch zwischen Silberienkäfer-Züchtern erstellt, gleich ob sie Mithühner der „Huhnnezische Silberienkäfer“ Gemeinschaft waren oder nicht, umbenannt wurde und sie aus dieser entfernt war. Nach einer Weile wurde Lieschen darüber informiert, dass es Anuschka gewesen war. Auch andere Hennen und Hähne meldeten sich bei Lieschen und erzählten von ihrem Rauswurf aus den Gruppen. Es schien, als hätte sich Anuschka aller entledigt, gegen die sie etwas hatte. So ein Kükengarten, dachte Lieschen. Dann schlug sie mit den Flügeln und wickelte in den nächsten Wochen die „Huhnnezische Silberienkäfer“ Gemeinschaft ab.

Und wenn sie nicht in der Suppe gelandet sind, sind Lieschen und Berta den Silberienkäfern noch heute treu und züchten vor sich hin.

Ende gut, alles gut.

Legende
Chickweb – ähnlich World Wide Web
Huhnnezien – Land in ferner Galaxy
Silberienkäfer – Rasse der Marienkäfer
Gaggerien – Land in einer fernen Galaxy
Sverige – ein Land in einer fernen Galaxy
Chickus Gallus – Weihnachten
Chickbook – ein Social Media Dienst
Eggphone – ähnlich unseren Smartphones
Gallustop – Laptop
Geflügeltribunal – eine Behörde
Chickybank – ein Geldinstitut
Whatshuhn – Messenger Dienst

Ein Gedanke zu “Die Geschichte von der gefloppten Gemeinschaft

  1. Liebe Ellie,
    ganz viel Kraft und ich freue mich für dich dass du das endlich hinter dir hast. Und jetzt freu dich doch über die Huhns… ( Nebenbei: bis jetzt als nur Mitglied in der SKF gibt’s kein Gezanke. Aber evtl Krieg ich es auch nicht mit. )

    Gefällt 1 Person

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