Schlachten – ein Thema das mich sehr bewegt…. Teil I

Blogeintrag vom 20.07.2021

Als Selbstversorger aber unumgänglich und auch andere Gründe sprechen dafür.

Achtung! Eventuell nichts für schwache Nerven!

Ein schöner Tag, die Sonne scheint vom blauen Himmel. Alles summt und brummt, die Hühner freuen sich über ihre Mehlwürmer. Doch mein Herz trauert und im Magen wird mir flau.

Ich nehme Hans auf den Arm und streichle ihn. Er kuschelt sich in meinen Arm und genießt, während wir den Hühnerauslauf verlassen und in Richtung der Scheune gehen. Er ahnt gar nichts und das ist gut so. Tränen schießen aus meinen Augen. Es tut mir so leid mein Großer…

In der Scheune steht bereits alles bereit. Ein Hackstock, eine breite Eisenstange zum Betäuben, ein Hackbeil, eine grüne Schlachtwanne.

Alles geht sehr schnell. Hans war so ruhig und hat nichts gemerkt. Ich heule immer mehr. Reiß dich zusammen Mädel! Ich nehme den kopflosen Hans und lege ihn in die Wanne. Hierbei halte ich seine Beine fest. Nicht das er mir bei seinen letzten Zuckungen alles einsaut… Doch es bleibt aus. So ruhig wie alles von Statten ging, so ruhig ist es auch in der Wanne. Ein paar kleinere Zuckungen und dann ist es vorbei. Ich fühle mich so schrecklich.

Heulend beginne ich etwas aufzuräumen. Dann gehe ich wieder in Richtung der Hühner um Ed zu holen. Und der Graus geht von vorn los…

Beide waren ruhig und ahnten gar nichts. Darüber war ich wirklich froh. Bei den Araucana wird es anders aussehen, schätze ich.

Doch wie kam es zu diesem drastischen Schritt? 

Zu allererst möchte ich nicht verleugnen, dass ich sehr gerne Fleisch esse und mich soweit es geht selbst versorge. Dies ist einer der Gründe und muss auch gesagt werden. 

Andererseits habe ich wirklich versucht die beiden zu vermitteln. Gerade wegen ihrem lieben Charakters war es mir ein großes Bedürfnis sie zu „retten“. Doch wie es so oft ist, wenn man Hähne vermitteln will: es findet sich niemand. 

Weiterhin ging es mir vor allem um die Hennen. Als Hans und Ed langsam erwachsen wurden, wobei sie noch nicht mal richtig krähen konnten, versuchten sie schnell an die ausgewachsenen Hennen zu kommen. Die gleichaltrigen Hennen ließen die beiden links liegen. Am Anfang wurden sie von Oskar und Olaf böse weggescheucht. Leider konnte ich irgendwann beobachten, wie sich beide gleichzeitig auf die kleine verwirrte Seidenhenne „Hope“ stürzten. Olaf hatte keine Chance gegen beide gleichzeitig und Hope tat mir nur unendlich leid! Das war einem Tag vor „dem“ Tag und ich beschloss, obwohl ich ihnen gerne ein längeres Leben ermöglicht hätte, dass es nun genug ist. Den Hennen zu liebe. Für die ist eine Situation mit mehreren Hähnen besonders stressig! Daher ist man über kurz oder lang gezwungen einige Hähne zu schlachten. 

Ich esse unglaublich gerne Hähnchenfleisch, aber, wenn man ein Tier aufzieht und es dann eigenhändig tötet… das ist einfach ein furchtbares Gefühl. Da schieße ich wirklich lieber auf 50m ein Reh zu dem ich nicht so eine starke Bindung habe!

Was ich auch noch einmal deutlich hervorbringen möchte ist folgendes: Ich esse wenig Fleisch. Unter der Woche fast gar keins und wenn ich Fleisch esse, achte ich darauf zu wissen wo es herkommt, wie es gelebt hat, welches Futter hat es bekommen, wurden viele Medikamente verabreicht…? Diese Fragen kann ich mir natürlich am schnellsten und besten beantworten, wenn es um meine eigenen Tiere geht oder ich mein Fleisch bei befreundeten Bauern kaufe. Das dies nicht immer geht z. B. wenn man im Restaurant isst… ist sicher auch jedem bewusst. Und ich finde es auch total in Ordnung Fleisch zu essen, wenn man ein Bewusstsein für die Tiere entwickelt und das Fleisch wertschätzt. Hans und Ed werde ich so lecker ich kann zubereiten und mit meinen Lieben genießen. 

Ums schlachten herum kommt man nur durch zwei Dinge:

1. man kann alle seine Hähne vermitteln

2. man brütet gar nicht erst, um ausschließen zu können das Hähne schlüpfen und kauft sich einfach eine Truppe Junghennen.

Es ist ein schwieriges Thema und ich hoffe, dass ich es euch so gut es geht nahebringen konnte. Demnächst sind Berti und Leo dran, da sie sich nun auch auf sämtliche Hennen stürzen und die Althähne nicht mehr in der Lage sind sie zu vertreiben. Wenn ihr mögt gibt es einen Teil 2, ggf. mit Fotodokumentation (ohne den Akt des Schlachtens an sich natürlich!)

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